Keine Tatsache mehr

Ökologische Sukzession endet natürlicherweise in einer einzigen dauerhaften und stabilen Klimaxgemeinschaft.

Was wir heute wissen

Sukzession kann verschiedenen Pfaden folgen und unterschiedliche langlebige Zustände hervorbringen. Störungen, Klima, Ankunft von Arten, historische Zufälle, Rückkopplungen und menschliche Einflüsse können einen einzigen Endpunkt verhindern oder umlenken.

Warum sich das änderte

Frederic Clements' einflussreiche Sukzessionstheorie behandelte Vegetationsentwicklung als geordneten Prozess, der in einem klimatisch bestimmten Klimax endet. Feldstudien und spätere ökologische Theorie zeigten jedoch dauerhafte Störungen, individuelle Reaktionen von Arten, alternative stabile Zustände und mehrere mögliche Entwicklungswege.

Status
Abgelöst
Kategorie
Ökologie
Akzeptiert für
≈55 Jahre
Ungefähr akzeptiert
Frühes bis mittleres 20. Jahrhundert
Ungefähr geändert
Mittleres bis spätes 20. Jahrhundert

Frederic Clements gab der Ökologie des frühen 20. Jahrhunderts eines ihrer einflussreichsten Ordnungskonzepte. Nach einer Störung sollte sich die Vegetation in einer geordneten Abfolge von Gemeinschaften entwickeln – einem Prozess, den man ökologische Sukzession nennt –, bis sie eine reife Klimaxgemeinschaft erreicht, die vor allem durch das regionale Klima bestimmt wird. Clements verglich diesen Prozess mit der Entwicklung eines Organismus bis zum Erwachsenenstadium.

Das Modell machte Sukzession verständlich, doch Feldökologie widersetzte sich zunehmend seiner starken Determiniertheit. Arten reagierten häufig individuell statt als eng integrierte Gemeinschaft. Feuer, Stürme, Beweidung und andere Störungen konnten wiederkehren, bevor sich überhaupt ein dauerhafter Endzustand bildete. Unterschiede darin, welche Arten wann ein Gebiet besiedelten, konnten ähnliche Standorte auf verschiedene Entwicklungspfade schicken.

Spätere Forschung stellte das Modell noch deutlicher infrage. Rückkopplungen können unter ähnlichen äußeren Bedingungen mehrere langlebige Ökosystemzustände stabilisieren, zwischen denen Systeme mitunter abrupt wechseln. Klimawandel und menschliche Landnutzung schwächen die Vorstellung eines universellen Endzustands zusätzlich.

Der Begriff „Klimax“ bleibt in manchen beschreibenden Zusammenhängen nützlich, und Sukzession kann durchaus relativ dauerhafte Gemeinschaften hervorbringen. Überholt ist die Erwartung eines einzigen unvermeidlichen, permanenten Endpunkts für jedes Ökosystem.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Frühere Auffassung

Aktuelle Evidenz

  • Catastrophic shifts in ecosystemsNature

    Gibt einen Überblick über Belege, dass Ökosysteme alternative stabile Zustände einnehmen und abrupt zwischen ihnen wechseln können.

Primärforschung

Weitere Einträge

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