Keine Tatsache mehr

Der jüngste Mare-Vulkanismus des Mondes erforderte eine KREEP-reiche Mantelquelle, die an wärmeerzeugenden Elementen angereichert war.

Was wir heute wissen

Chang’e-5 brachte etwa zwei Milliarden Jahre alte Mondbasalte zurück, deren Chemie auf eine Mantelquelle mit nur geringem KREEP-Beitrag hinweist. KREEP – Mondmaterial, das an Kalium, Seltenerdelementen, Phosphor und wärmeerzeugenden radioaktiven Elementen reich ist – ist daher nicht als direkte Quelle des jüngsten Mondvulkanismus erforderlich.

Warum sich das änderte

Viele junge Vulkanite liegen in einer KREEP-reichen Region des Mondes, weshalb die zusätzliche radioaktive Wärme als naheliegende Erklärung für späten Vulkanismus galt. Isotopenmessungen an Chang’e-5-Proben führten diese Basalte jedoch auf eine chemisch verarmte Mantelquelle mit nur geringem KREEP-Beitrag zurück.

Status
Eingeschränkt
Kategorie
Planetenwissenschaften
Akzeptiert für
Nicht quantifiziert
Ungefähr akzeptiert
1990er-Jahre bis 2021
Ungefähr geändert
2021

Die dunklen Ebenen auf dem Mond bestehen zu großen Teilen aus alten Lavaflüssen. Einige dieser Mare-Basalte sind deutlich jünger als der Großteil des Mondvulkanismus. Das warf eine einfache Frage auf: Was hielt Teile des Mondes so lange heiß genug, dass dort noch Gestein schmelzen konnte?

Eine wichtige Erklärung konzentrierte sich auf KREEP. Seine radioaktiven Elemente setzen beim Zerfall Wärme frei, und viele junge Mare-Basalte liegen im Procellarum KREEP Terrane. Daher lag die Vermutung nahe, dass diese zusätzliche Wärme unmittelbar mit ihrer Entstehungsquelle zusammenhing.

Chang’e-5 brachte Gestein aus einer der jüngsten Vulkanregionen des Mondes zurück. Die Basalte sind etwa zwei Milliarden Jahre alt, doch ihre Isotopensignaturen weisen auf einen chemisch verarmten Bereich des Mondmantels mit nur geringem KREEP-Beitrag hin.

KREEP bleibt für die thermische und chemische Geschichte des Mondes wichtig. Geändert hat sich die spezifischere Annahme, dass eine KREEP-reiche Mantelquelle für sehr späten Mondvulkanismus notwendig war. Die Chang’e-5-Proben zeigen, dass zumindest ein Teil dieser jungen Lava aus einer anderen Quelle stammte.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Primärforschung

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