Keine Tatsache mehr

Wasser ist ein grundlegendes Element, das nicht in einfachere Stoffe zerlegt werden kann.

Was wir heute wissen

Wasser ist eine chemische Verbindung mit der Formel H₂O. Es kann aus Wasserstoff und Sauerstoff gebildet und in diese Elemente zerlegt werden.

Warum sich das änderte

Experimente im späten 18. Jahrhundert erzeugten Wasser durch die Reaktion von Gasen und zerlegten Wasser anschließend in Wasserstoff und Sauerstoff. Damit zeigten sowohl Synthese als auch Analyse, dass Wasser eine Verbindung ist.

Status
Widerlegt
Kategorie
Chemie
Akzeptiert für
≈2 133 Jahre
Ungefähr akzeptiert
Klassische Antike bis ins 18. Jahrhundert
Ungefähr geändert
1780er-Jahre

Der Status von Wasser als Element reicht weiter zurück als Aristoteles. Im fünften Jahrhundert v. Chr. beschrieb Empedokles vier beständige „Wurzeln“, die der gewöhnlichen Materie zugrunde liegen: Erde, Wasser, Luft und Feuer. Aristoteles integrierte diese vier später in eine wesentlich systematischere Physik. In Über Werden und Vergehen verband er Wasser mit den Eigenschaften kalt und feucht und behandelte es als einen der Grundkörper, aus denen zusammengesetzte Stoffe entstehen und ineinander übergehen konnten.

Die Bedeutung Aristoteles’ lag nicht darin, dass ihm um 350 v. Chr. plötzlich alle zustimmten. Entscheidend war vielmehr, dass seine Naturphilosophie einen ungewöhnlich umfassenden Rahmen für Materie, Bewegung, den Himmel, Meteorologie, Entstehung und Biologie bot. Nachdem das aristotelische Werk im mittelalterlichen lateinischen Europa weithin verfügbar geworden war, wurden seine naturkundlichen Schriften zu zentralen Texten der universitären Ausbildung und blieben bis in die Renaissance wichtige Bezugspunkte.

Die chemische Revolution sprengte schließlich die alte Kategorie selbst. Experimentatoren des 18. Jahrhunderts lernten, verschiedene Gase zu isolieren und zu charakterisieren. Arbeiten von Henry Cavendish, Antoine Lavoisier und anderen zeigten, dass Wasser aus den später als Wasserstoff und Sauerstoff bezeichneten Stoffen erzeugt werden konnte. Die spätere Elektrolyse machte seine Zerlegbarkeit unmittelbar sichtbar.

Diese Karte umfasst daher zwei unterschiedliche Bedeutungen von Element. Das klassische Element war ein grundlegender Bestandteil innerhalb eines erklärenden physikalischen Systems; das moderne chemische Element wird durch seine atomare Identität definiert. Unter diesem neueren Begriff konnte Wasser nicht mehr als Element gelten, weil es eine Verbindung ist.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Historischer Kontext

  • Revolutionary Instruments: Lavoisier's Tools as Objets d'ArtScience History Institute

    Erklärt, dass Wasser seit der Antike als Grundelement galt, und beschreibt die Experimente, die seine Zusammensetzung aus Wasserstoff und Sauerstoff zeigten.

  • EmpedoclesStanford Encyclopedia of Philosophy

    Erklärt Empedokles’ vier „Wurzeln“ – Feuer, Erde, Luft und Wasser – und verweist darauf, dass Aristoteles ihm die klare Unterscheidung dieser vier zuschrieb.

  • Natural Philosophy in the RenaissanceStanford Encyclopedia of Philosophy

    Beschreibt die zentrale Rolle von Aristoteles’ Physik, Meteorologie und Über Werden und Vergehen in der universitären Naturphilosophie.

Aktuelle Evidenz

  • Antoine-Laurent LavoisierScience History Institute

    Hält fest, dass Lavoisier nachwies, dass Wasser aus Wasserstoff und Sauerstoff besteht, und damit dem antiken Elementmodell widersprach.

  • Science and Celebrity: Humphry Davy's Rising StarScience History Institute

    Beschreibt die Elektrolyse, bei der Wasser in frühen elektrischen Experimenten in Wasserstoff und Sauerstoff getrennt wurde.

Frühere Auffassung

Weitere Einträge

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