Keine Tatsache mehr

Metalle bestehen aus Schwefel- und Quecksilberprinzipien in unterschiedlichen Verhältnissen und Qualitäten.

Was wir heute wissen

Metalle sind chemische Elemente oder Legierungen, deren Eigenschaften aus Atomstruktur, Zusammensetzung, Kristallstruktur, Bindungen, Defekten und Mikrostruktur hervorgehen. Sie sind nicht aus universellen Schwefel- und Quecksilberprinzipien aufgebaut.

Warum sich das änderte

Die frühneuzeitliche Chymie brachte konkurrierende Materietheorien hervor, während die quantitative Chemie Stoffe zunehmend anhand reproduzierbarer Zusammensetzung und Reaktionen klassifizierte. Die chemische Revolution und die Atomtheorie ersetzten schließlich die Schwefel-Quecksilber-Lehre der Metallentstehung.

Status
Abgelöst
Kategorie
Chemie
Akzeptiert für
Nicht quantifiziert
Ungefähr akzeptiert
Mittelalterliche arabische und lateinische Alchemie, besonders 12. bis 16. Jahrhundert
Ungefähr geändert
17. bis 18. Jahrhundert

Die Schwefel-Quecksilber-Theorie lässt mittelalterliche Alchemie deutlich weniger wie Fantasie und stärker wie eine frühe Materialwissenschaft erscheinen.

In arabischen und lateinischen alchemistischen Traditionen wurden Metalle häufig als Kombinationen von Quecksilber- und Schwefelprinzipien erklärt, die sich unter der Erde bildeten. Unterschiede in Reinheit, Verhältnis, Fixierung und Umweltbedingungen sollten Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Zinn, Blei und andere Metalle hervorbringen.

Für heutige Leser sind diese Begriffe leicht misszuverstehen. „Quecksilber“ und „Schwefel“ konnten als theoretische Prinzipien dienen, doch Historiker haben gezeigt, dass viele mittelalterliche Alchemisten sie zugleich als materiell manipulierbare Stoffe auffassten. Laborverfahren wie Erhitzen, Destillation, Reinigung, Legieren und chemische Reaktion waren damit direkt mit einer Theorie der Metallzusammensetzung verbunden.

Der Rahmen verbreitete sich durch den arabisch-lateinischen Wissenstransfer und wurde zu einem Grundpfeiler der europäischen Alchemie. Er machte auch die Transmutation plausibel: Wenn Metalle sich nur dadurch unterschieden, dass dieselben Grundbestandteile unvollkommen kombiniert waren, konnte eine Laborbehandlung die Mischung möglicherweise korrigieren.

Die frühneuzeitliche Chymie verkomplizierte das Bild mit den paracelsischen tria prima, Korpuskulartheorien und einer wachsenden Vielfalt experimentell untersuchter Stoffe. Die quantitative Chemie des 18. Jahrhunderts und später die Atomtheorie ersetzten die Vorstellung einer universellen Schwefel-Quecksilber-Zusammensetzung durch chemische Elemente und Verbindungen.

Da viele Varianten nebeneinander bestanden und die Theorie schrittweise verschwand, ist sie von exakten Lebensdauerstatistiken ausgeschlossen.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Frühere Auffassung

Historischer Kontext

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