Keine Tatsache mehr

Der globale Meeresspiegel bleibt über geologische Zeiträume im Wesentlichen konstant.

Was wir heute wissen

Der Meeresspiegel ist wiederholt um Dutzende bis über 100 Meter gestiegen und gefallen, weil sich Eismenge, Meerestemperatur, Form des Meeresbodens und tektonische Verhältnisse verändert haben.

Warum sich das änderte

Die heutige Küstenlinie ließ den Meeresspiegel dauerhaft erscheinen. Meeresterrassen, überflutete Flusstäler, Korallenriffe, Küstensedimente, Isotopenarchive und Datierungen zeigten jedoch frühere Küstenlinien weit über und unter dem heutigen Niveau.

Status
Widerlegt
Kategorie
Geowissenschaften
Akzeptiert für
≈110 Jahre
Ungefähr akzeptiert
Vor moderner Stratigraphie und Paläoklima-Rekonstruktion
Ungefähr geändert
19. bis 20. Jahrhundert

Die moderne Küstenlinie wirkt auf menschlichen Zeitskalen überraschend dauerhaft. Noch bevor globale Messnetze oder präzise Datierungen existierten, lag es deshalb nahe, die Höhe des Ozeans als nahezu feste Bezugsfläche zu behandeln.

Die Geologie sammelte jedoch Spuren früherer Küsten an Orten, an denen heute kein Meer liegt. Hebung einzelner Landflächen konnte einige Fälle erklären, aber nicht alle. Marine Sedimente, Korallenriffe, Küstenterrassen und überflutete Flusstäler zeigten, dass sich auch das globale Ozeanvolumen und die Aufnahmefähigkeit der Becken im Lauf der Erdgeschichte verändert hatten.

Besonders deutlich wurde dies mit der Eiszeitforschung. Während des letzten glazialen Maximums war enorme Wassermenge in kontinentalen Eisschilden gebunden; der globale Meeresspiegel lag ungefähr 120 Meter unter dem heutigen Niveau. Beim Abschmelzen wurden Küsten weit landeinwärts verlagert und frühere Flusstäler überflutet.

Auf längeren geologischen Zeitskalen verändern außerdem thermische Ausdehnung, die Größe von Eisschilden, tektonische Hebung und Senkung sowie die Form und das Volumen der Ozeanbecken den Meeresspiegel.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen globalem und lokalem relativem Meeresspiegel. Ein Küstenort kann steigen oder sinken, weil sich das Land selbst bewegt. Für die Erdgeschichte insgesamt gibt es jedoch keine Grundlage für einen konstanten globalen Meeresspiegel.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Aktuelle Evidenz

  • Sea Level and ClimateU.S. Geological Survey

    Erklärt, dass geologische Meeresspiegelschwankungen deutlich größer waren als die Veränderungen der jüngeren Geschichte und frühere höhere Meeresspiegel belegen.

  • Geologic Records of High Sea LevelsU.S. Geological Survey

    Beschreibt Meeresterrassen, Fossilien und Isotopenarchive, die frühere Meeresspiegelschwankungen festhalten.

Historischer Kontext

Weitere Einträge

Oder ganz woanders: