Keine Tatsache mehr

Die Kontinente und Ozeanbecken der Erde liegen im Wesentlichen an festen Positionen.

Was wir heute wissen

Die starre äußere Schicht der Erde besteht aus tektonischen Platten, die sich relativ zueinander bewegen. Die Kontinente sind Teile dieser Platten und bewegen sich mit ihnen.

Warum sich das änderte

Kartierungen des Meeresbodens, die Entdeckung der Ozeanbodenspreizung, spiegelbildliche Magnetmuster in der ozeanischen Kruste, das Alter des Meeresbodens sowie die weltweite Verteilung von Erdbeben und Vulkanen führten in den 1950er- und 1960er-Jahren zu einer gemeinsamen Erklärung für die Bewegung der Kontinente.

Status
Abgelöst
Kategorie
Geowissenschaften
Akzeptiert für
≈115 Jahre
Ungefähr akzeptiert
19. Jahrhundert bis Mitte des 20. Jahrhunderts
Ungefähr geändert
1950er–1960er-Jahre
Vereinfachte Weltkarte der tektonischen Platten. Die großen Platten sind unterschiedlich eingefärbt und beschriftet; dunkle Grenzlinien zeigen, wo sie aneinanderstoßen.

Eine moderne Karte der tektonischen Platten macht das Modell sichtbar, das die Vorstellung fester Kontinente und Ozeanbecken ablöste: Die Erdoberfläche besteht aus beweglichen Platten, zu denen auch die Kontinente gehören.

U.S. Geological Survey, This Dynamic EarthU.S. Geological Survey: Quelle öffnen ↗GemeinfreiFür die Webdarstellung konvertiert

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verfügte die Geologie über starke Belege für frühere Meere, Gebirgsbildung und große vertikale Bewegungen der Erdkruste. Die meisten Geologen betrachteten Kontinente und Ozeanbecken horizontal dennoch als im Wesentlichen ortsfest.

Alfred Wegener stellte dieses Bild 1912 infrage. Die Passform der Kontinentalränder, übereinstimmende Fossilien und zusammengehörige geologische Strukturen auf gegenüberliegenden Seiten des Atlantiks deuteten darauf hin, dass die Kontinente einst verbunden gewesen waren und sich später getrennt hatten. Viele Geologen lehnten die Kontinentaldrift dennoch ab, weil Wegener keinen überzeugenden Mechanismus liefern konnte und sein Modell Kontinente scheinbar durch widerstandsfähige ozeanische Kruste pflügen ließ.

Die entscheidenden Belege kamen vom Meeresboden. Sonarkartierungen zeigten mittelozeanische Rücken; Modelle der Ozeanbodenspreizung schlugen vor, dass dort neue Kruste entsteht; magnetische Messungen fanden spiegelbildliche Streifen früherer Feldumpolungen auf beiden Seiten der Rücken; und die ozeanische Kruste wurde mit wachsendem Abstand zunehmend älter. Erdbeben- und Vulkangürtel zeichneten zugleich die Grenzen beweglicher Lithosphärenplatten nach.

In den 1960er-Jahren vereinte die Plattentektonik diese Beobachtungen. Kontinente bewegen sich, weil sie in größere tektonische Platten eingebettet sind – nicht weil sie unabhängig durch einen stationären Ozeanboden driften.

Plattenbewegung lässt sich heute direkt messen. Offen bleiben Detailfragen zum Beginn der Plattentektonik auf der frühen Erde und zu den relativen Beiträgen einzelner Antriebskräfte; das statische Erdmodell selbst ist jedoch nicht mehr haltbar.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Frühere Auffassung

Historischer Kontext

Aktuelle Evidenz

  • What is a tectonic plate?U.S. Geological Survey

    Erläutert, dass die äußere Hülle der Erde aus beweglichen tektonischen Platten besteht und die Kontinente Teile dieser Platten sind.

  • Plate Tectonics: The Unifying Theory of GeologyU.S. National Park Service

    Beschreibt Meeresbodenkartierung, Paläomagnetismus, Ozeanbodenspreizung und weitere Entdeckungen, die zur Akzeptanz der Plattentektonik führten.

  • How fast do tectonic plates move?U.S. Geological Survey

    Erläutert, dass Plattenbewegungen heute direkt gemessen werden können und verschiedene Platten sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und in unterschiedlichen Richtungen bewegen.

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