Keine Tatsache mehr

Der Ozeanboden ist ebenso alt und dauerhaft wie die Kontinente.

Was wir heute wissen

Ozeanische Kruste wird an mittelozeanischen Rücken ständig neu gebildet und an Subduktionszonen wieder zerstört. Deshalb ist sie im Allgemeinen viel jünger als kontinentale Kruste; der älteste erhaltene Ozeanboden ist nur ein kleiner Bruchteil so alt wie die Erde.

Warum sich das änderte

Vor der Plattentektonik galten Ozeanbecken häufig als uralte dauerhafte Strukturen. Kartierungen und Magnetmessungen zeigten neue Kruste an mittelozeanischen Rücken, Sedimentmächtigkeit und radiometrische Datierung zeigten zunehmendes Alter mit Abstand vom Rücken, und Tiefseegräben machten sichtbar, wo alte ozeanische Platten wieder in den Mantel absinken.

Status
Abgelöst
Kategorie
Geowissenschaften
Akzeptiert für
≈113 Jahre
Ungefähr akzeptiert
19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts
Ungefähr geändert
1950er- bis 1960er-Jahre

Kontinente bewahren Gesteine, die Milliarden Jahre alt sind. Vor der Plattentektonik lag deshalb die Erwartung nahe, auch der tiefe Ozeanboden müsse ein ähnlich altes geologisches Archiv enthalten.

Die Erforschung der Ozeane zeigte das Gegenteil.

Sonarkartierungen entdeckten gewaltige Gebirgsketten mitten in den Ozeanen. An diesen mittelozeanischen Rücken steigt heißes Material auf und bildet neue basaltische Kruste.

Magnetmessungen lieferten einen deutlichen Hinweis darauf, dass diese neue Kruste vom Rücken wegtransportiert wird. Beim Abkühlen speichern magnetische Minerale im Basalt die damalige Richtung des Erdmagnetfelds. Weil sich dieses Feld oft umgepolt hat, entstanden abwechselnde Magnetstreifen. Dasselbe Streifenmuster erscheint auf beiden Seiten eines Rückens, als würde in der Mitte ständig neue Kruste hinzugefügt und nach außen getragen.

Weitere Beobachtungen passten dazu. Sediment wird mit wachsendem Abstand vom Rücken mächtiger, weil älterer Meeresboden länger Zeit zum Ansammeln hatte. Radiometrische Datierung zeigt außerdem, dass auch der Basalt selbst mit der Entfernung älter wird.

Selbst der älteste erhaltene Ozeanboden ist jedoch jung im Vergleich zu uralten kontinentalen Gesteinen.

Der Grund ist Recycling. An Subduktionszonen biegen sich ozeanische Platten nach unten und sinken zurück in den Mantel. Neuer Ozeanboden entsteht ständig, während alter wieder verschwindet.

Sehr alte Sedimente können auf jüngerer ozeanischer Kruste liegen; die basaltische Kruste darunter ist jedoch geologisch vergänglich.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Frühere Auffassung

Aktuelle Evidenz

  • Before the break-up of PangaeaU.S. Geological Survey

    Nennt für ozeanische Kruste ein Durchschnittsalter von etwa 55 Millionen Jahren und ein Höchstalter von etwa 180 Millionen Jahren.

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