Keine Tatsache mehr

Die menschliche Gebärmutter hat sieben Kammern oder Zellen, wobei verschiedene Kammern mit männlichen, weiblichen oder intergeschlechtlichen Föten verbunden sind.

Was wir heute wissen

Die menschliche Gebärmutter besitzt eine einzige zentrale Gebärmutterhöhle. Das fetale Geschlecht wird bei der Befruchtung genetisch festgelegt und nicht dadurch bestimmt, auf welcher Seite oder in welcher Kammer der Gebärmutter sich der Embryo einnistet.

Warum sich das änderte

Menschliche Sektionen widersprachen zunehmend dem überlieferten Sieben-Zellen-Schema. Renaissance-Anatomen, darunter Berengario da Carpi und Vesalius, beschrieben eine einfache menschliche Gebärmutter statt sieben fetaler Kammern.

Status
Widerlegt
Kategorie
Medizin
Akzeptiert für
Nicht quantifiziert
Ungefähr akzeptiert
Mittelalterliche gelehrte Anatomie, besonders 13. bis 14. Jahrhundert
Ungefähr geändert
Frühes bis mittleres 16. Jahrhundert

Die Gebärmutter mit sieben Kammern ist ein eindrückliches Beispiel dafür, wie eine Zeichnung den Kontakt mit dem Körper überleben konnte, den sie angeblich beschrieb.

In der mittelalterlichen gelehrten Anatomie wurde die Gebärmutter mitunter in sieben Zellen unterteilt: drei rechts für männliche Föten, drei links für weibliche Föten und eine mittlere Kammer für einen als hermaphroditisch verstandenen Fetus. Die Lehre wird häufig mit Michael Scot und der salernitanischen Tradition verbunden, obwohl Historiker frühere Varianten nachweisen.

Besonders bemerkenswert ist Mondino de’ Liuzzi. Sein Anathomia wurde für die mittelalterliche anatomische Lehre außerordentlich einflussreich, und er hatte in Bologna persönlich weibliche Leichen seziert. Dennoch beschrieb er weiterhin sieben Gebärmutterkammern. Das überlieferte Schema war stark genug, um die Deutung dessen zu prägen, was bei Sektionen zu sehen war.

Renaissance-Anatomen lösten sich schrittweise davon. Berengario da Carpi beschrieb eine einfache Gebärmutter, und Vesalius’ Fabrica von 1543 zeigte eine deutlich besser wiedererkennbare menschliche Fortpflanzungsanatomie.

Das alte Sieben-Zellen-Modell verband Anatomie mit Theorien über Geschlechtsbestimmung und Körperwärme. Die moderne Anatomie findet eine zentrale Gebärmutterhöhle, während das chromosomale Geschlecht bei der Befruchtung festgelegt wird. Die Position eines Embryos in der Gebärmutter bestimmt nicht sein Geschlecht.

Weil Ursprung und geografische Verbreitung der Lehre nicht klar abzugrenzen sind, wird diese Karte aus präzisen Lebensdauerstatistiken ausgeschlossen.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Frühere Auffassung

  • A brief history of topographical anatomyJournal of Anatomy / PMC

    Beschreibt die mittelalterliche Gebärmutter mit sieben Kammern und hält fest, dass Mondino dieses Modell trotz der Sektion zweier Frauen wiederholte.

Historischer Kontext

Weitere Einträge

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