Keine Tatsache mehr

Die Planeten und Sterne werden von realen, ineinander verschachtelten Himmelssphären um die Erde getragen.

Was wir heute wissen

Planeten und kleinere Himmelskörper bewegen sich unter dem Einfluss von Gravitation und Trägheit durch den Raum; keine festen oder kristallinen Schalen tragen sie um die Erde.

Warum sich das änderte

Der große Komet von 1577 schien sich durch die Planetenregion zu bewegen und stellte feste, ineinander verschachtelte Sphären vor erhebliche Probleme. Heliozentrische Modelle und die newtonsche Mechanik machten physische Himmelsschalen schließlich überflüssig.

Status
Abgelöst
Kategorie
Astronomie
Akzeptiert für
Nicht quantifiziert
Ungefähr akzeptiert
Antike und mittelalterliche geozentrische Naturphilosophie
Ungefähr geändert
Spätes 16. bis 17. Jahrhundert

Die vertrauten Ringe in alten geozentrischen Darstellungen waren nicht immer bloß als zeichnerische Hilfsmittel gedacht.

In einflussreichen antiken und mittelalterlichen Kosmologien wurden die Planeten und Fixsterne mit ineinander verschachtelten kugelförmigen Strukturen um die Erde verbunden. Diese Sphären lieferten eine physische Architektur für die geordnete Kreisbewegung. Aristoteles’ ausgereifte Kosmologie erforderte sogar ein umfangreiches System aufeinander abgestimmter Himmelssphären.

Wie genau man sich das Material dieser Sphären vorstellte, unterschied sich je nach Autor und Epoche. Es wäre daher irreführend, von einer fünfzehn Jahrhunderte lang unveränderten Lehre von „Kristallsphären“ zu sprechen. Die Tradition physischer Sphären war jedoch bedeutend genug, dass der Komet von 1577 zu einer direkten Herausforderung wurde. Tycho Brahes Parallaxenmessungen verorteten den Kometen in der Planetenregion; wenn er sich durch diesen Raum bewegte, waren harte, ineinander liegende Schalen nur schwer aufrechtzuerhalten.

Die kopernikanische Astronomie ordnete das System neu, während Kepler und anschließend Newton die von Sphären angetriebene Bewegung schrittweise durch mathematische Bahndynamik und universelle Gravitation ersetzten.

Da sich die physische Deutung der Himmelssphären im Lauf der Zeit erheblich veränderte, bleibt dieser Eintrag trotz der außerordentlichen Beständigkeit des historischen Rahmens außerhalb der exakten Lebensdauerstatistik.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Frühere Auffassung

  • Aristotle's MetaphysicsStanford Encyclopedia of Philosophy

    Erörtert Aristoteles' System mehrerer Himmelssphären, die sich ewig in Kreisbewegungen bewegen.

Historischer Kontext

  • Natural Philosophy in the RenaissanceStanford Encyclopedia of Philosophy

    Beschreibt die überlieferte aristotelische Kosmologie kristalliner Sphären und ihren Zerfall in der frühen Neuzeit.

Aktuelle Evidenz

Weitere Einträge

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