Aristoteles ordnete Kometen in eine umfassendere Teilung des Kosmos ein. Der Mond markierte eine wichtige Grenze: Oberhalb lagen die geordneten und dauerhaften Himmel, darunter die Welt von Veränderung, Wetter, Entstehung und Zerfall. In der Meteorologie gruppierte Aristoteles Kometen mit Meteoren und anderen Erscheinungen des Bereichs von Luft und Wasser und erklärte sie durch irdische „Ausdünstungen“.
Diese Einordnung war wichtig, weil sie Kometen mit einem zusammenhängenden physikalischen Weltbild verband, statt sie als unerklärliche Erscheinungen zu behandeln. Sie hilft auch zu verstehen, warum die Vorstellung so lange überlebte. Die aristotelische Meteorologie wurde später Teil der naturphilosophischen Tradition mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Universitäten.
Der Komet von 1577 bot einen besonders starken Test. Tycho Brahe versuchte, seine Entfernung mit Parallaxenmessungen zu bestimmen. Wäre der Komet nahe in der Erdatmosphäre gewesen, hätte sich seine scheinbare Position von verschiedenen Orten aus deutlich verschieben müssen. Tycho fand dafür viel zu wenig Parallaxe und schloss, dass der Komet jenseits des Mondes liegen musste. Dieses Ergebnis traf nicht nur eine Kometentheorie, sondern auch die vermeintlich scharfe physikalische Grenze zwischen einem unveränderlichen Himmel und einer veränderlichen irdischen Welt.
Schon vor Tycho gab es abweichende Traditionen, darunter mittelalterliche islamische Astronomen, die einige Kometen weiter entfernt einordneten. Die aristotelische Position war also nie die einzige vorhandene Idee. Ihre Bedeutung liegt darin, wie lange sie ein wichtiges gelehrtes Modell blieb.