Keine Tatsache mehr

Gehölze beziehen ihr Wasser hauptsächlich aus dem Boden und nutzen im Grundgestein gespeichertes Wasser nur als Notreserve bei schwerer Dürre.

Was wir heute wissen

Wasser in verwittertem und geklüftetem Grundgestein kann für Bäume und Sträucher ein normaler Teil der Wasserversorgung sein und nicht nur eine Notreserve bei starker Dürre. Wie wichtig dieses Reservoir ist, hängt von Geologie, Klima und Wurzeltiefe ab.

Warum sich das änderte

Feldstudien hatten bereits Wurzeln im Gestein nachgewiesen, doch viele großräumige Modelle behandelten den Boden weiterhin als Hauptreservoir und Gesteinswasser als Ausnahme. Eine kontinentweite Analyse von 2021 zeigte eine weit verbreitete und regelmäßige Nutzung durch Gehölze.

Status
Eingeschränkt
Kategorie
Ökologie
Akzeptiert für
Nicht quantifiziert
Ungefähr akzeptiert
Langjähriges bodenzentriertes Modell vor 2021
Ungefähr geändert
2021

Modelle zur Wasserversorgung von Pflanzen haben den größten nutzbaren Vorrat traditionell im Boden verortet. Das darunterliegende Gestein galt oft als Untergrenze des Wurzelraums oder als Reserve, die tief wurzelnde Pflanzen erst bei starker Trockenheit anzapfen.

Ökologinnen und Ökologen kannten jedoch schon länger Ausnahmen. Wurzeln können in Klüfte und verwittertes Gestein eindringen, und lokale Studien hatten gezeigt, dass Bäume Wasser unterhalb des eigentlichen Bodens aufnehmen. Unklar war vor allem, wie verbreitet dieses Verhalten großräumig ist.

Eine Nature-Studie von 2021 wertete hydrologische und ökologische Daten aus den kontinentalen USA aus. Sie zeigte, dass Gehölze in vielen Klimazonen und Ökosystemen Wasser aus dem Grundgestein nutzen, und zwar nicht nur während extremer Dürre. In manchen Regionen war der geschätzte Beitrag groß genug, um den Wasserhaushalt und den Kohlenstoffkreislauf von Ökosystemen zu beeinflussen.

Wie wichtig dieses Reservoir ist, unterscheidet sich stark von Standort zu Standort. Entscheidend sind unter anderem Gesteinsart, Klüfte, Verwitterung, Tiefe und die Frage, ob Wurzeln das Wasser überhaupt erreichen können. Eine Übersicht von 2024 kam ebenfalls zu dem Ergebnis, dass in manchen Wäldern im Gestein mehr pflanzenverfügbares Wasser stecken kann als im Boden darüber, während andere Standorte viel weniger davon abhängen.

Geändert hat sich vor allem die Standardannahme. Wasser im Grundgestein ist nicht bloß eine Notreserve. In vielen Gehölzökosystemen gehört es zum normalen Wasserangebot im Wurzelraum.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Frühere Auffassung

  • Water in Bedrock is Sustaining Trees Across CountryThe University of Texas at Austin

    Die University of Texas beschreibt die frühere Annahme, dass der Boden das wichtigste Wasserreservoir liefert und Wasser im Grundgestein vor allem während einer Dürre als Notreserve genutzt wird.

Primärforschung

Aktuelle Evidenz

  • Bedrock: the hidden water reservoir for trees challenged by droughtTrees

    Eine Übersichtsarbeit von 2024 kommt zu dem Schluss, dass Grundgestein beträchtliche Mengen pflanzenverfügbaren Wassers speichern kann und in manchen Waldstandorten sogar das größte lokale Reservoir darstellt, betont aber starke Unterschiede zwischen Gesteinstypen und Standorten.

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