Keine Tatsache mehr

Peptische Geschwüre werden hauptsächlich durch Stress und Lebensstil verursacht.

Was wir heute wissen

Die meisten peptischen Geschwüre entstehen entweder durch eine Infektion mit Helicobacter pylori, einem Bakterium, das im Magen leben kann, oder durch nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), eine häufig verwendete Gruppe schmerz- und entzündungshemmender Medikamente, die die Magen- und Zwölffingerdarmschleimhaut schädigen können.

Warum sich das änderte

Robin Warren und Barry Marshall fanden H. pylori in entzündeter Magenschleimhaut und zeigten den engen Zusammenhang mit Gastritis und Ulkuskrankheit. Wurde die Infektion mit Antibiotika beseitigt, gingen Rückfälle stark zurück; zugleich wurden NSAR als zweite wichtige Ursache erkannt.

Status
Abgelöst
Kategorie
Medizin
Akzeptiert für
≈32 Jahre
Ungefähr akzeptiert
Mitte des 20. Jahrhunderts bis in die 1980er-Jahre
Ungefähr geändert
1982–1990er-Jahre

Über einen großen Teil des 20. Jahrhunderts erklärte man peptische Geschwüre vor allem mit überschüssiger Magensäure, Stress, Ernährung, Rauchen und teilweise sogar mit bestimmten Persönlichkeitstypen. Die Behandlung konzentrierte sich entsprechend auf Antazida, Schonkost, Stressreduktion und in schweren Fällen auf Operationen.

Anfang der 1980er-Jahre sah der Pathologe Robin Warren wiederholt gebogene Bakterien in entzündeter Magenschleimhaut. Barry Marshall schloss sich der Untersuchung an; der Erreger wurde später Helicobacter pylori genannt. Die Idee war überraschend, weil der Magen als zu sauer galt, als dass Bakterien dort dauerhaft leben könnten.

Die Belege wurden jedoch immer stärker. H. pylori war eng mit chronischer Magenentzündung und Ulkuskrankheit verbunden, und wenn die Infektion mit Antibiotika beseitigt wurde, kehrten Geschwüre deutlich seltener zurück.

Parallel wurde eine zweite Hauptursache klar: Nichtsteroidale Antirheumatika, kurz NSAR, können die schützende Schleimhaut von Magen und Zwölffingerdarm schwächen und auch ohne H. pylori Geschwüre verursachen.

Stress und Lebensstil können Beschwerden und Heilung weiterhin beeinflussen, und schwerer körperlicher Stress kann bei kritisch kranken Menschen zur Ulkusbildung beitragen. Die meisten peptischen Geschwüre werden heute jedoch vor allem durch H. pylori und NSAR erklärt.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Historischer Kontext

Aktuelle Evidenz

  • Peptic Ulcer DiseaseU.S. National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases

    Nennt *H.-pylori*-Infektionen und die Einnahme von NSAR als häufigste Ursachen peptischer Geschwüre.

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