Keine Tatsache mehr

Vulkanische Hotspots sind vollkommen ortsfeste Punkte im Mantel und liefern deshalb einen absoluten Bezugsrahmen für die Bewegung tektonischer Platten.

Was wir heute wissen

Hotspots sind im Vergleich zu bewegten Platten relativ stabil, doch manche können wandern, mit Mantelströmungen wechselwirken oder ihre Position verändern. Verschiedene Hotspots bilden keinen einzigen vollkommen starren Bezugsrahmen.

Warum sich das änderte

Das Modell stationärer Hotspots erklärte Altersreihen vulkanischer Inselketten elegant und wurde wichtig für die Rekonstruktion von Plattenbewegungen. Vergleiche verschiedener Hotspot-Spuren und verbesserte Mantelmodelle zeigten jedoch Bewegung und Verformung innerhalb dieses Bezugssystems.

Status
Eingeschränkt
Kategorie
Geowissenschaften
Akzeptiert für
≈30 Jahre
Ungefähr akzeptiert
1960er- bis 1990er-Jahre
Ungefähr geändert
1990er-Jahre bis heute

Vulkanische Inselketten machten Hotspots zu einem eleganten Maßstab für Plattenbewegungen. Bleibt eine Mantelplume oder eine andere Schmelzquelle tief im Mantel an derselben Stelle, während sich darüber eine tektonische Platte bewegt, sollte eine Kette von Vulkanen entstehen, deren Alter mit wachsender Entfernung vom aktiven Hotspot zunimmt. Hawaii ist das klassische Beispiel.

Gerade diese Geometrie machte Hotspots zu einem vermeintlich absoluten Bezugsrahmen. Plattenbewegungen ließen sich rekonstruieren, indem man die Hotspot-Positionen als fest annahm und Kontinente sowie ozeanische Platten darüber hinwegbewegte.

Mit dem Vergleich immer mehr Hotspot-Spuren zeigte sich jedoch, dass dieser Bezugsrahmen nicht vollkommen starr ist. Manche Ketten lassen sich nicht mit einem einzigen Satz unbeweglicher Quellen erklären. Modelle der Mantelströmung erlauben außerdem, dass Plume-Kanäle und Schmelzregionen selbst wandern oder verbogen werden. Auch die Hawaii-Emperor-Kette warf die Frage auf, welcher Anteil ihrer Geometrie auf Plattenbewegung und welcher auf eine Bewegung des Hotspots zurückgeht.

Die ursprüngliche Näherung bleibt sehr nützlich. Viele Hotspots sind über lange Zeiträume deutlich stabiler als die Platten über ihnen und liefern deshalb weiterhin wichtige Anhaltspunkte für die Plattengeschichte.

Geändert hat sich vor allem das Wort vollkommen. Hotspots sind keine universell unbeweglichen Punkte, die an ein starres Koordinatensystem des Mantels geheftet wären, und verschiedene Hotspots müssen über geologische Zeiträume nicht exakt denselben Bezugsrahmen bewahren.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Frühere Auffassung

  • Volcano Watch — HotspotsU.S. Geological Survey

    Erklärt das einflussreiche Modell, in dem Hotspot-Quellen relativ zueinander fest unter bewegten Platten liegen.

Historischer Kontext

  • HotspotsU.S. Geological Survey

    Weist darauf hin, dass spätere Studien die Annahmen infrage stellten, Hotspots seien tief und über geologische Zeiträume ortsfest.

Aktuelle Evidenz

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