Im frühen 19. Jahrhundert waren große Teile Nordeuropas und Nordamerikas von geologischen Rätseln übersät: gewaltige Findlinge lagen weit entfernt von ihrem Ursprungsfels, Felsoberflächen waren glattgeschliffen und zerkratzt, und ausgedehnte Schuttdecken passten nicht gut zu den heutigen Flüssen.
Viele Geologen erklärten solche Spuren durch große Überschwemmungen, schwimmende Eisberge oder andere kurzfristige Ereignisse. Lokale Alpengletscher waren bekannt, doch die Vorstellung, ein zusammenhängender Eisschild habe einst halbe Kontinente bedeckt, erschien radikal.
Louis Agassiz machte die Glazialtheorie in den 1830er-Jahren prominent und argumentierte, dass dieselben Prozesse, die heute an Gletschern beobachtet werden, auch Findlinge, Moränen und geschrammte Felsen in weit entfernten Landschaften erklären könnten. Feldbeobachtungen in Europa und Nordamerika stärkten die Idee, und im Verlauf des 19. Jahrhunderts setzte sich die Existenz früherer kontinentaler Vereisungen zunehmend durch.
Spätere Datierungen und Paläoklimaforschung zeigten, dass das Pleistozän nicht nur eine einzige Eiszeit umfasste, sondern wiederholte Glazialzyklen. Der Laurentidische Eisschild in Nordamerika und große eurasische Eisschilde waren stellenweise mehrere Kilometer mächtig.
Die Akzeptanz verlief schrittweise. Manche Geologen akzeptierten zunächst nur lokale Vergletscherung. Korrigiert wurde die Ablehnung großflächiger kontinentaler Eisschilde, nicht die Vorstellung, jeder Ort im Norden sei gleichzeitig vereist gewesen.