Keine Tatsache mehr

Die meisten wichtigen Gesteine, darunter Granit und viele vulkanische Gesteine, sind aus einem Urmeer ausgefällt, das einst die Erde bedeckte.

Was wir heute wissen

Gesteine entstehen auf mehreren grundsätzlich verschiedenen Wegen. Magmatische Gesteine wie Basalt und Granit kristallisieren aus geschmolzenem Gestein; Sedimentgesteine entstehen aus abgelagertem Material oder aus Stoffen, die aus Wasser ausgefällt werden; metamorphe Gesteine entstehen, wenn ältere Gesteine durch Hitze, Druck oder Fluide umgewandelt werden.

Warum sich das änderte

Der Neptunismus nahm an, fast alle wichtigen Gesteine seien aus einem ursprünglichen Ozean ausgefällt worden. Feldgeologen fanden jedoch immer mehr Strukturen, die dazu nicht passten: Basalt trat als erkalteter Lavastrom auf, Granit durchschnitt ältere Gesteine, und angrenzendes Gestein zeigte Spuren starker Erhitzung. Solche Beobachtungen wiesen bei vielen Gesteinen auf einen Ursprung aus Schmelze hin.

Status
Widerlegt
Kategorie
Geowissenschaften
Akzeptiert für
≈23 Jahre
Ungefähr akzeptiert
Neptunistische Geologie des späten 18. Jahrhunderts
Ungefähr geändert
Spätes 18. bis frühes 19. Jahrhundert

Im späten 18. Jahrhundert entwickelte Abraham Gottlob Werner eine umfassende Erklärung für die Gesteine der Erde. Er nahm an, ein gewaltiger Ur-Ozean habe einst den gesamten Planeten bedeckt. Während das Wasser zurückwich, sollten verschiedene Gesteine in einer festen Reihenfolge daraus ausgefällt worden sein.

Diese Theorie wurde als Neptunismus bekannt. Selbst Granit – heute als magmatisches Gestein erkannt – galt darin als eine der frühesten Ablagerungen des alten Ozeans.

Das Modell erklärte viele geschichtete Gesteine rund um Werners Bergakademie in Freiberg gut, und sein großer Einfluss half, die Theorie in Europa zu verbreiten. Doch Geologen fanden andernorts zunehmend Gesteine, die sich nur schwer als Meeresablagerungen erklären ließen.

Basalt trat in Formen auf, die wie erkaltete Lavaströme aussahen. Granit durchschnitt manchmal ältere Gesteine, statt sauber unter ihnen zu liegen, und die Gesteine an solchen Kontaktzonen zeigten Spuren starker Erhitzung.

Diese Beobachtungen stützten die konkurrierende Vorstellung, dass Hitze und geschmolzenes Gestein eine zentrale Rolle in der Geologie spielen. Mit der Zeit ließ sich eine einzige Herkunft aller Gesteine durch Ausfällung aus dem Ozean nicht mehr aufrechterhalten.

Die moderne Geologie unterscheidet drei große Gesteinsgruppen. Magmatische Gesteine kristallisieren aus Magma oder Lava. Sedimentgesteine entstehen aus abgelagerten Sedimenten oder aus im Wasser ausgefälltem Material. Metamorphe Gesteine entstehen, wenn vorhandene Gesteine durch Hitze, Druck und Fluide verändert werden.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Frühere Auffassung

  • NeptunismUniversity of Illinois — Foundation of Modern Geology

    Fasst den Wernerianischen Neptunismus und die Vorstellung zusammen, dass die Gesteine der Erde aus einem großen zurückweichenden Ozean ausgefällt wurden.

Historischer Kontext

  • Abraham Werner (1750–1817)University of Illinois — Foundation of Modern Geology

    Erklärt Werners Einfluss als Lehrer, die Verbreitung des Neptunismus und die Feldbeobachtungen, die ihn untergruben.

Aktuelle Evidenz

  • How Do Volcanoes Erupt?U.S. Geological Survey

    Erklärt den modernen magmatischen Ursprung von Lava und vulkanischen magmatischen Gesteinen.

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