Keine Tatsache mehr

Die Erde ist flach, und ihre breite Oberfläche bleibt schwebend, weil die Luft unter ihr sie trägt.

Was wir heute wissen

Die Erde ist ein abgeplattetes Rotationsellipsoid: nahezu kugelförmig und an den Polen leicht abgeflacht. Sie wird durch Gravitation zusammengehalten und nicht durch Luft unter einer flachen Oberfläche gestützt.

Warum sich das änderte

Spätestens zu Aristoteles' Zeit sprachen astronomische und physikalische Argumente für eine kugelförmige Erde. Er verwies auf den gekrümmten Erdschatten bei Mondfinsternissen und darauf, dass sich die sichtbaren Sterne verändern, wenn Beobachter nach Norden oder Süden reisen.

Status
Widerlegt
Kategorie
Astronomie
Akzeptiert für
Nicht quantifiziert
Ungefähr akzeptiert
Mehrere vorsokratische Naturphilosophen im 6. bis 5. Jahrhundert v. Chr.
Ungefähr geändert
Bis zum 4. Jahrhundert v. Chr. in der gelehrten griechischen Astronomie

Die historisch interessante Geschichte einer flachen Erde ist viel älter als Kolumbus.

Aristoteles berichtet, dass Anaximenes, Anaxagoras und Demokrit die Stabilität der Erde mit ihrer flachen Form erklärten. In ihrem Modell bedeckte die breite Erde die darunterliegende Luft „wie ein Deckel“; eingeschlossene Luft konnte den großen flachen Körper tragen und am Fallen hindern. Das war ein Versuch, ein physikalisches Problem zu lösen: Wenn ungestützte Dinge fallen, warum bleibt dann die ganze Erde an ihrem Platz?

Im 4. Jahrhundert v. Chr. gab es in der gelehrten griechischen Astronomie bereits starke Argumente für eine kugelförmige Erde. Aristoteles verwies auf den gekrümmten Umriss des Erdschattens bei Mondfinsternissen und darauf, dass nach vergleichsweise kurzen Reisen nach Norden oder Süden andere Sterne sichtbar wurden. Außerdem argumentierte er, schwere Materie bewege sich natürlicherweise zu einem gemeinsamen Mittelpunkt.

Diese Karte stützt daher nicht die spätere Erzählung, gebildete Europäer des Mittelalters hätten bis Kolumbus an eine flache Erde geglaubt. Die tatsächlich gelehrten flachen Erdmodelle gehören in eine viel frühere Epoche, in der griechische Denker aktiv zwischen konkurrierenden natürlichen Erklärungen stritten.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Frühere Auffassung

  • On the Heavens, Book IIAristotle / Internet Classics Archive

    Primärtext, der Anaximenes, Anaxagoras und Demokrit flache Erdmodelle mit einer Stützung durch Luft zuschreibt.

Historischer Kontext

  • On the Heavens, Book IIAristotle / Internet Classics Archive

    Derselbe Text liefert klassische Argumente für eine kugelförmige Erde, darunter den Erdschatten bei Mondfinsternissen und veränderte sichtbare Sterne mit der geografischen Breite.

Aktuelle Evidenz

  • What Is Earth? (Grades 5-8)NASA

    Erklärt moderne Messungen der Erdgestalt und weist darauf hin, dass bereits die alten Griechen die Rundheit der Erde erkannt hatten.

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