Keine Tatsache mehr

Zellmembranen sind statische Protein-Lipid-Protein-Sandwiches.

Was wir heute wissen

Zellmembranen sind flexible Doppelschichten aus Lipidmolekülen, in die Proteine eingebettet oder an die Proteine angelagert sind. Lipide und viele Proteine können sich seitlich in der Membran bewegen; Zellen ordnen sie außerdem in wechselnden Gruppen und spezialisierten Bereichen.

Warum sich das änderte

Ältere Modelle stellten sich eine Lipidschicht vor, die auf beiden Seiten von durchgehenden Proteinschichten überzogen war. Gefrierbruchmikroskopie zeigte stattdessen Partikel innerhalb der Membran, und Zellfusionsexperimente belegten, dass Membranproteine sich seitlich über die Oberfläche bewegen können. Daraus entstand das Flüssig-Mosaik-Modell.

Status
Abgelöst
Kategorie
Zellbiologie
Akzeptiert für
≈37 Jahre
Ungefähr akzeptiert
1930er- bis 1960er-Jahre
Ungefähr geändert
1960er-Jahre bis 1972
Zweiteilige Membrangrafik. Das ältere Modell zeigt eine Lipiddoppelschicht, die auf beiden Seiten von durchgehenden Proteinschichten überzogen ist. Das modernisierte Flüssig-Mosaik-Modell zeigt Proteine innerhalb der Lipiddoppelschicht und Pfeile für ihre seitliche Bewegung.

Das Danielli-Davson-Modell setzte auf beide Seiten der Lipidschicht durchgehende Proteinschichten. Spätere Befunde zeigten viele Proteine innerhalb einer fluiden Doppelschicht und ihre seitliche Beweglichkeit. Reale Membranen sind komplexer und stärker organisiert als diese vereinfachte Flüssig-Mosaik-Darstellung.

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Frühe Membranmodelle mussten zwei Beobachtungen gleichzeitig erklären: Zellen besaßen offensichtlich eine fetthaltige Barriere, diese Barriere musste aber zugleich kontrollieren, welche Stoffe hinein- und hinausgelangen.

Das einflussreiche Danielli-Davson-Modell stellte die Membran deshalb als Sandwich dar. In der Mitte lag eine Lipidschicht, die auf beiden Seiten von durchgehenden Proteinschichten überzogen war. Spätere elektronenmikroskopische Bilder schienen eine saubere Dreischichtung zu bestätigen.

Mehrere Experimente passten jedoch immer schlechter dazu.

Bei der Gefrierbruchmikroskopie wird eine gefrorene Membran entlang ihres Inneren aufgespalten. Dabei erschienen Partikel nicht nur auf den Oberflächen, sondern mitten in der Membran. Biochemische Untersuchungen zeigten ebenfalls, dass viele Membranproteine tief in die Lipidschicht hineinreichen.

Zellfusionsexperimente lieferten einen weiteren Hinweis. Wurden zwei Zellen mit unterschiedlich markierten Membranproteinen verschmolzen, vermischten sich die Proteine allmählich über die gemeinsame Oberfläche. Die Membran war also keine starre Platte; viele ihrer Bestandteile konnten sich seitlich bewegen.

Singer und Nicolson fassten diese Befunde 1972 im Flüssig-Mosaik-Modell zusammen: eine flexible Lipiddoppelschicht mit eingebetteten oder angelagerten Proteinen. Reale Membranen sind noch stärker organisiert und dichter gepackt, doch das universelle starre Sandwich hatte ausgedient.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Frühere Auffassung

Primärforschung

Aktuelle Evidenz

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