Keine Tatsache mehr
Natürliche Hintergrundstrahlung ist eine wichtige Quelle der spontanen Mutationen, die Evolution antreiben.
Was wir heute wissen
Ionisierende Strahlung kann DNA zweifellos mutieren, doch bei normaler Hintergrundstrahlung ist ihr Beitrag zur spontanen Mutationsrate offenbar klein. In einem Lenski-ähnlichen E.-coli-Experiment unter 1.700 m Fels sank die absorbierte Dosisleistung von 214 auf 26 nGy pro Stunde, ohne dass sich die Anpassung über 500 Generationen messbar verlangsamte. Replikationsfehler und körpereigene DNA-Chemie liefern auch ohne nennenswerte Umgebungsstrahlung reichlich Mutationen; extrem niedrige Strahlungsniveaus können die Zellphysiologie trotzdem beeinflussen.
Warum sich das änderte
Nachdem Röntgenstrahlung als Mutationsauslöser erkannt worden war, erschien die allgegenwärtige Strahlung aus kosmischen Teilchen, Gestein, Baumaterialien und Radioisotopen im Körper als plausible natürliche Quelle evolutionärer Variation. An Gewicht verlor die Idee, als Dosimetrie und Mutationsbiologie die Größenordnungen sichtbar machten: Kleine Zellen werden von Hintergrundstrahlung viel seltener getroffen, als Mutationen entstehen, während Replikation und zelleigene Chemie fortlaufend neue Mutationen erzeugen. Ein 500-Generationen-Experiment mit E. coli unter Tage prüfte die Vorhersage schließlich direkt und fand keine messbare Verlangsamung der Anpassung.
- Status
- Eingeschränkt
- Kategorie
- Evolution
- Akzeptiert für
- Nicht quantifiziert
- Ungefähr akzeptiert
- 1940er- bis 1950er-Jahre
- Ungefähr geändert
- 2010er-Jahre