Keine Tatsache mehr

Immuntoleranz galt als Schutzmechanismus, der verhindern sollte, dass gegen den eigenen Körper gerichtete Immunreaktionen zu einer wichtigen Krankheitsursache werden.

Was wir heute wissen

Antikörper sind Eiweiße des Immunsystems, die bestimmte Ziele erkennen. Häufig stammen diese Ziele von außen, etwa von Mikroben oder ihren Giftstoffen. Antikörper und Immunzellen können jedoch auch körpereigenes Gewebe erkennen. Normalerweise bremst das Immunsystem solche Reaktionen; versagt diese Kontrolle, können Autoimmunerkrankungen entstehen.

Warum sich das änderte

Die frühe Immunologie wurde stark von Paul Ehrlichs Idee des Horror autotoxicus geprägt: der Erwartung, dass der Organismus Schutzmechanismen gegen schädliche Immunangriffe auf sich selbst besitzt. Später fanden Forschende Antikörper, die mit körpereigenem Gewebe reagierten, und zeigten experimentell, dass solche Immunreaktionen Krankheiten verursachen können.

Status
Eingeschränkt
Kategorie
Immunologie
Akzeptiert für
Nicht quantifiziert
Ungefähr akzeptiert
Frühes 20. Jahrhundert bis 1950er-Jahre
Ungefähr geändert
1940er- bis 1960er-Jahre

Frühe Immunologen lernten, dass das Blut Antikörper enthalten kann: Eiweiße des Immunsystems, die bestimmte Ziele erkennen und binden, etwa Bestandteile von Mikroben oder deren Giftstoffe. Paul Ehrlich nahm an, dass das Immunsystem starke Schutzmechanismen besitzen müsse, damit sich dieselben Waffen nicht gegen das eigene Gewebe richten. Er nannte dieses Prinzip Horror autotoxicus – sinngemäß die „Furcht vor Selbstvergiftung“.

Ehrlichs tatsächliche Position war differenzierter als die spätere Kurzform „Autoimmunität ist unmöglich“. Seine Vorstellung prägte jedoch stark, wie frühe Immunologen über gegen den eigenen Körper gerichtete Reaktionen dachten.

Spätere Forschung zeigte, dass diese Schutzmechanismen versagen können. Wissenschaftler fanden Antikörper, die mit körpereigenen Zellen und Geweben reagierten, und Experimente zeigten, dass solche Immunreaktionen organspezifische Krankheiten auslösen können.

Die Schutzmechanismen selbst sind real. Das Immunsystem entfernt oder bremst normalerweise viele Zellen, die stark auf körpereigene Strukturen reagieren. Autoimmunerkrankungen entstehen, wenn diese Kontrolle nicht ausreichend funktioniert.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Frühere Auffassung

Historischer Kontext

Aktuelle Evidenz

Primärforschung

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