Keine Tatsache mehr

Die Milchstraße ist ein Phänomen der oberen Erdatmosphäre und nicht das gemeinsame Licht weit entfernter Sterne.

Was wir heute wissen

Die Milchstraße ist unsere Galaxie, ein gewaltiges gravitativ gebundenes System mit Hunderten Milliarden Sternen sowie Gas, Staub, Dunkler Materie und einem zentralen supermassereichen Schwarzen Loch.

Warum sich das änderte

Teleskopische Beobachtungen lösten den diffusen Schein der Milchstraße in eine enorme Zahl lichtschwacher Sterne auf und untergruben damit die aristotelische meteorologische Erklärung.

Status
Widerlegt
Kategorie
Astronomie
Akzeptiert für
≈1 960 Jahre
Ungefähr akzeptiert
Aristotelische Naturphilosophie seit dem 4. Jahrhundert v. Chr.
Ungefähr geändert
Frühe Teleskopastronomie

Diese Geschichte enthält einen besonders anschaulichen wissenschaftlichen Umweg.

Schon vor Aristoteles hatten einige griechische Denker Erklärungen vorgeschlagen, die die Milchstraße mit Sternen verbanden. In der Meteorologie bespricht Aristoteles konkurrierende Vorstellungen und verwirft ausdrücklich den Vorschlag, ihr Licht stamme von zahllosen Sternen, die für das bloße Auge nicht einzeln wahrnehmbar seien.

Stattdessen ordnete er die Milchstraße in sein eigenes physikalisches System ein. Die Bewegung des Himmels, so argumentierte er, rege fortwährend brennbares Material in der oberen irdischen Region an. Die Milchstraße sei daher eine beständige „Franse“ entlang des großen Kreises, in dem die Sterne am dichtesten stehen, und innerhalb seines Systems ein meteorologisches Phänomen.

Diese Erklärung hatte einen Vorteil: Sie verband die Milchstraße mit Aristoteles’ umfassenderen Vorstellungen über Kometen, Meteore, Luft und Feuer sowie mit seiner Trennung zwischen der veränderlichen irdischen Welt und dem ewigen Himmel.

Das Teleskop veränderte, was beobachtet werden konnte. Galileo berichtete 1610, dass sich der weißliche Schein der Milchstraße in eine gewaltige Menge von Sternen auflöste, die zu lichtschwach waren, um mit bloßem Auge einzeln erkannt zu werden. Die moderne Astronomie geht weit darüber hinaus: Die Milchstraße ist eine etwa 100.000 Lichtjahre große Galaxie mit Hunderten Milliarden Sternen.

Bemerkenswert ist, dass eine ältere stellare Idee bereits existierte, von einem einflussreicheren System verworfen wurde und später in einer wesentlich reicheren, durch Beobachtungen gestützten Form zurückkehrte.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Frühere Auffassung

  • Meteorology, Book IAristotle / Internet Classics Archive

    Primärtext, in dem eine Erklärung durch lichtschwache Sterne verworfen und Aristoteles' atmosphärische Deutung der Milchstraße vorgestellt wird.

Historischer Kontext

  • Sidereus Nuncius (The Starry Messenger)University of Oklahoma History of Science Collections

    Enthält Galileis teleskopische Beobachtungen von 1610, darunter die Auflösung der Milchstraße in unzählige Sterne.

Aktuelle Evidenz

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