Keine Tatsache mehr

Babys sollten auf dem Bauch schlafen, weil das Verschlucken verhindert und die sicherste Schlafposition ist.

Was wir heute wissen

Gesunde Säuglinge sollten zum Schlafen normalerweise auf den Rücken gelegt werden. Bauchlage erhöht das Risiko für den plötzlichen Kindstod erheblich.

Warum sich das änderte

Bücher und medizinische Ratschläge empfahlen jahrzehntelang die Bauchlage, oft aus einer nicht überprüften Angst vor Aspiration. Epidemiologische Studien brachten diese Position mit SIDS in Verbindung, und Kampagnen für das Schlafen in Rückenlage gingen mit einem starken Rückgang der Todesfälle einher.

Status
Widerlegt
Kategorie
Öffentliche Gesundheit
Akzeptiert für
≈45 Jahre
Ungefähr akzeptiert
1940er-Jahre bis frühe 1990er-Jahre
Ungefähr geändert
Späte 1980er- bis 1990er-Jahre

Über weite Teile des mittleren 20. Jahrhunderts konnte es wie die vorsichtigere Entscheidung wirken, ein Baby auf dem Bauch schlafen zu lassen. Dahinter stand häufig die Sorge, ein Säugling in Rückenlage könne Erbrochenes einatmen. Medizinische Bücher und Ratgeber empfahlen deshalb zunehmend die Bauchlage, obwohl kaum belastbare Belege dafür existierten, dass sie tatsächlich sicherer war.

Das Bild änderte sich, als Epidemiologen Schlafpositionen mit Todesfällen verglichen. Studien aus mehreren Ländern fanden einen deutlichen Zusammenhang zwischen Bauchlage und plötzlichem Kindstod. Gleichzeitig sanken die SIDS-Raten stark in Regionen, in denen Säuglinge zunehmend auf den Rücken gelegt wurden. Nationale Kampagnen der späten 1980er- und 1990er-Jahre machten aus diesen Befunden eine der folgenreichsten Änderungen alltäglicher Säuglingspflege.

Die Empfehlung zur Rückenlage gilt für den Schlaf. Beaufsichtigte Bauchlage im Wachzustand – „Tummy Time“ – bleibt für die motorische Entwicklung sinnvoll. Bei bestimmten Erkrankungen können außerdem individuelle Empfehlungen des behandelnden Kinderteams notwendig sein.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Frühere Auffassung

Historischer Kontext

Aktuelle Evidenz

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