Keine Tatsache mehr
Durch Gebrauch, Nichtgebrauch oder Umweltbedingungen im Laufe des Lebens erworbene körperliche Veränderungen galten weithin als vererbbar und als treibende Kraft der Evolution.
Was wir heute wissen
Evolution beruht vor allem auf erblichen Unterschieden, die von Eltern an Nachkommen weitergegeben werden können. Veränderungen, die ein Körper erst im Laufe des Lebens erwirbt – etwa stärkere Muskeln durch Training oder der Verlust eines Körperteils – werden normalerweise nicht in das vererbte genetische Material zurückgeschrieben. Manche Umwelteinflüsse können über Generationen fortwirken, aber deutlich begrenzter als in klassischen lamarckistischen Vorstellungen.
Warum sich das änderte
Im 19. Jahrhundert ließen viele Evolutionstheorien zu, dass durch Gebrauch, Nichtgebrauch oder Umwelt erworbene körperliche Veränderungen vererbt werden. Die Genetik trennte später Veränderungen gewöhnlicher Körperzellen von Veränderungen der Fortpflanzungszellen, die DNA an Nachkommen weitergeben. Chromosomen- und Populationsgenetik zeigten zudem, wie erbliche Variation Evolution antreiben kann, ohne dass das Erbgut im Laufe eines Lebens ständig umgeschrieben wird.
- Status
- Abgelöst
- Kategorie
- Evolution
- Akzeptiert für
- Nicht quantifiziert
- Ungefähr akzeptiert
- Frühes 19. Jahrhundert bis frühes 20. Jahrhundert
- Ungefähr geändert
- 1880er- bis 1930er-Jahre