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Institutionelle Überzeugung · Law, Indigenous land rights and colonial doctrine

Australien als terra nullius ohne indigene Landrechte

Das australische Common Law behandelte den Kontinent so, als hätten indigene Völker beim britischen Erwerb der Souveränität keine vom Common Law anerkennbaren Landrechte besessen. Der Titel der Krone konnte dadurch als vollständiges Eigentum statt als bloßer Radikaltitel mit fortbestehendem Native Title behandelt werden.

1 Episode

Heutiger Wissensstand

Heutiger Wissensstand

1992 verwarf der High Court of Australia in Mabo v Queensland (No 2) die mit terra nullius verbundenen Rechtsannahmen. Das Gericht erkannte an, dass Aboriginal und Torres Strait Islander Peoples eigene Gesetze und Bräuche besaßen und dass Native Title den Erwerb der Souveränität durch die Krone überdauern konnte. Die Krone erhielt Radikaltitel, nicht automatisch vollständiges wirtschaftliches Eigentum an jedem Grundstück. Native Title konnte allerdings durch gültige, mit seinem Fortbestand unvereinbare staatliche Akte erlöschen.

Folgen und menschliche Auswirkungen

Folgen und menschliche Auswirkungen

Die Doktrin war Bestandteil des australischen Bodenrechts. 1889 bezeichnete der Privy Council New South Wales in Cooper v Stuart als bei der Annexion praktisch unbewohnt und ohne sesshafte Einwohner oder festes Recht. Spätere australische Gerichte behandelten indigene Gewohnheitsrechte am Land als rechtlich nicht anerkannt. Mabo änderte diese Grundlage 1992; 1993 schuf das Parlament mit dem Native Title Act einen gesetzlichen Rahmen.

Wie daraus Folgen entstanden

Der Ausdruck terra nullius ist die übliche Kurzbezeichnung, doch die Karte behauptet nicht, britische Amtsträger hätten Australien 1788 ausdrücklich mit diesem lateinischen Begriff proklamiert.

Mabo stellte die britische Souveränität über Australien nicht infrage. Das Urteil trennte Souveränität von Eigentum: Die Krone erhielt Radikaltitel und die Macht, Rechte aufzuheben, nicht aber automatisch die Auslöschung sämtlicher zuvor bestehender indigener Eigentumsrechte.

Nicht jede indigene Enteignung wird auf terra nullius allein zurückgeführt. Gewalt, Gesetzgebung, Pastoralexpansion, Reservatspolitik, Vertreibungen und weitere Institutionen wirkten ebenfalls.

103 Jahre

von Cooper v Stuart 1889 bis zur Kehrtwende in Mabo 1992

6–1

Mehrheit des High Court für die Anerkennung von Native Title

1993

Jahr des Native Title Act nach der Mabo-Entscheidung

Zahlen werden nur hervorgehoben, wenn sie durch die angegebenen Quellen gestützt werden. Die Größe einer damit verbundenen Katastrophe wird nicht automatisch als ausschließlich durch diese Überzeugung verursacht behandelt.

Institutionelle Episode

Australien

1889–1992Grundlage staatlicher Praxis

Der institutionelle Irrtum bestand nicht in der Behauptung, indigene Menschen seien buchstäblich nicht vorhanden gewesen. Das Recht behandelte ihre Landordnungen als unfähig, vom Common Law anerkannte Eigentumsrechte zu begründen. Mabo verwarf diese Rechtsfiktion und erkannte fortbestehenden Native Title an.

Institutionen

  • australische koloniale und staatliche Landverwaltungen
  • Judicial Committee of the Privy Council
  • australische Common-Law-Gerichte

Dokumentierte Folgen

  • Fehlen einer allgemeinen Common-Law-Anerkennung bereits bestehender indigener Eigentumsrechte
  • Landverwaltung, die indigene Gewohnheitsrechte gegenüber dem Kronanspruch zurückstellte
  • Scheitern des Gove-Landrechtsverfahrens von 1971 trotz umfangreicher Belege für Yolngu-Recht und Landbindung
  • Langjährige rechtliche Hürden für indigene Gemeinschaften bei der Anerkennung traditioneller Landrechte
  • Schaffung eines nationalen Native-Title-Systems nach Mabo durch den Native Title Act 1993

Institutioneller Apparat

Kolonialregierungen hatten große Flächen bereits als Kronland behandelt. Cooper v Stuart lieferte 1889 eine besonders klare gerichtliche Formulierung, New South Wales sei bei der Annexion praktisch unbewohnt und ohne festes Recht gewesen. 1971 scheiterte in Milirrpum v Nabalco ein Anspruch auf Native Title. Am 3. Juni 1992 erkannte der High Court in Mabo (No 2) an, dass Native Title den Erwerb der Souveränität überdauern konnte, wenn er nicht wirksam aufgehoben worden war.

Quellen und was sie belegen

Zuletzt geprüft: 25.8.2026