Keine Tatsache mehr

Die Expansion des Universums verlangsamt sich unter der gravitativen Anziehung der Materie.

Was wir heute wissen

Beobachtungen entfernter Typ-Ia-Supernovae zeigen, dass sich die Expansion des Universums beschleunigt. Als Ursache wird dunkle Energie bezeichnet, deren physikalische Natur weiterhin unbekannt ist.

Warum sich das änderte

Zwei Forschungsteams untersuchten entfernte Supernovae, um zu messen, wie stark sich die kosmische Expansion verlangsamt. Stattdessen erschienen die fernen Supernovae schwächer als erwartet. Das deutete darauf hin, dass sich die Expansion nicht verlangsamt, sondern beschleunigt.

Status
Widerlegt
Kategorie
Astronomie
Akzeptiert für
≈48 Jahre
Ungefähr akzeptiert
Mitte des 20. Jahrhunderts bis 1998
Ungefähr geändert
1998

Nachdem die kosmische Expansion etabliert war, schien der nächste Schritt physikalisch naheliegend. Materie zieht Materie gravitativ an, also sollte diese Anziehung die Expansion mit der Zeit abbremsen.

In den 1990er-Jahren nutzten zwei Forschungsteams weit entfernte Typ-Ia-Supernovae als standardisierbare Leuchtquellen, um genau diese erwartete Verlangsamung zu messen.

Die Supernovae waren jedoch bei gegebener Rotverschiebung schwächer als erwartet. Sie mussten weiter entfernt liegen, als ein einfaches Modell mit verlangsamter Expansion vorhersagte.

Die überraschende Schlussfolgerung lautete: Die Expansion hat sich im späteren Universum beschleunigt.

Für die dafür verantwortliche Komponente oder Wirkung etablierte sich der Name Dunkle Energie.

Dieser Begriff ist keine vollständige physikalische Erklärung. Was dunkle Energie tatsächlich ist, gehört weiterhin zu den großen offenen Fragen der Kosmologie.

Die Entdeckung von 1998 bestand also nicht darin, dass sich das Universum überhaupt ausdehnt. Das war längst bekannt. Geändert wurde die erwartete zeitliche Entwicklung dieser Expansion.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Historischer Kontext

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