Keine Tatsache mehr

Der Atomkern besteht aus Protonen und Kernelektronen.

Was wir heute wissen

Gewöhnliche Atomkerne bestehen aus Protonen und Neutronen. Elektronen besetzen Quantenzustände außerhalb des Kerns, auch wenn beim Betazerfall während einer Kernumwandlung Elektronen erzeugt und ausgesendet werden können.

Warum sich das änderte

Vor der Entdeckung des Neutrons dienten Kernelektronen als Erklärung dafür, warum die Kernmasse größer war, als es die Kernladung allein erwarten ließ. James Chadwicks Entdeckung des Neutrons 1932 lieferte einen neutralen Kernbaustein und machte Elektronen im Atomkern überflüssig.

Status
Abgelöst
Kategorie
Physik
Akzeptiert für
≈17 Jahre
Ungefähr akzeptiert
1910er-Jahre bis 1932
Ungefähr geändert
1932 bis 1930er-Jahre

Nach Rutherfords Entdeckung des kleinen, positiv geladenen Atomkerns war klar, dass fast die gesamte Masse eines Atoms dort konzentriert ist. Gleichzeitig stellte sich ein Problem: Die Kernmasse vieler Elemente war erheblich größer, als sich aus ihrer positiven Ladung allein erklären ließ.

Da Protonen und Elektronen die bekannten subatomaren Teilchen waren, entstand ein plausibles Modell: Der Kern könnte mehr Protonen enthalten, als seine Nettoladung vermuten ließ, während zusätzliche Kernelektronen einen Teil der positiven Ladung ausgleichen.

Das Modell schien außerdem zum Betazerfall zu passen, bei dem Elektronen aus radioaktiven Stoffen austreten. Es war deshalb kein naiver Irrtum, sondern ein ernsthafter Versuch, Masse, Ladung und Radioaktivität mit dem damaligen Teilcheninventar zu vereinen.

1932 entdeckte James Chadwick das Neutron – ein nahezu protonenschweres, elektrisch neutrales Teilchen. Damit ließ sich die zusätzliche Kernmasse ohne eingeschlossene Elektronen erklären. Kurz darauf setzte sich das Proton-Neutron-Modell des Atomkerns durch.

Auch beim Betazerfall werden tatsächlich Elektronen aus dem Kernbereich ausgesendet. Sie liegen dort jedoch nicht vorher als gewöhnliche Bestandteile bereit, sondern entstehen bei einer Umwandlung durch die schwache Wechselwirkung. Das Neutron beseitigte damit die Notwendigkeit des hypothetischen Kernelektrons.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Historischer Kontext

Frühere Auffassung

Aktuelle Evidenz

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