Keine Tatsache mehr

Knochen ist in erster Linie ein strukturelles und den Mineralhaushalt regulierendes Organ, nicht aber ein endokrines Organ, das Signale an entfernte Gewebe sendet.

Was wir heute wissen

Knochen ist nicht nur Stützgewebe. Er wird ständig umgebaut, speichert und gibt Mineralstoffe frei, bildet im Knochenmark Blutzellen und sendet außerdem chemische Signale an entfernte Organe. Ein gut belegtes Beispiel ist FGF23, ein vor allem von Knochenzellen gebildetes Hormon, das den Nieren hilft, Phosphat und Vitamin D zu regulieren.

Warum sich das änderte

Dass Knochen lebendes, aktives Gewebe ist, war bereits bekannt. Neu war der Nachweis, dass Knochenzellen auch Stoffe in den Blutkreislauf abgeben, die auf entfernte Organe wirken. FGF23 lieferte einen klaren Beleg für diese endokrine Signalrolle; einige weitergehende vorgeschlagene Hormonwirkungen sind weniger sicher.

Status
Abgelöst
Kategorie
Medizin
Akzeptiert für
Nicht quantifiziert
Ungefähr akzeptiert
Physiologie des 20. Jahrhunderts, bevor die endokrine Rolle des Knochens gesichert war
Ungefähr geändert
Spätes 20. Jahrhundert bis 2000er-Jahre

Knochen galt nicht einfach als totes Gerüst. Lange vor der Vorstellung eines endokrinen Organs war bekannt, dass Knochen ständig ab- und aufgebaut wird, Calcium und Phosphat speichert, Knochenmark enthält und nach Brüchen heilen kann.

Die engere ältere Annahme war, dass die Hauptaufgaben des Skeletts mechanisch, mineralbezogen und mit der Blutbildung verbunden seien. Knochen wurde nicht allgemein als Organ betrachtet, das zusätzlich hormonähnliche Signale an weit entfernte Körperteile sendet.

Das änderte sich, als Forschende Moleküle identifizierten, die von Knochenzellen gebildet und ins Blut abgegeben werden. FGF23 ist eines der klarsten Beispiele. Knochenzellen setzen es frei, und es wirkt vor allem an den Nieren, wo es die Phosphatkonzentration und den Vitamin-D-Stoffwechsel mitreguliert.

Arbeiten zu einem weiteren Knochenprotein, Osteocalcin, deuteten vor allem in Tierstudien auf breitere Wirkungen auf Stoffwechsel und andere Organe hin. Einige dieser vorgeschlagenen Effekte sind beim Menschen noch weniger sicher.

Die Veränderung bestand deshalb nicht in einem Wechsel von „totem“ zu „lebendem“ Knochen. Knochen war bereits als lebendes, dynamisches Gewebe bekannt. Hinzu kam seine Rolle als endokrines Signalorgan.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Frühere Auffassung

Historischer Kontext

  • Bone as an Endocrine OrganPubMed Central

    Stellt die klassische Sicht eines trägen Stützgewebes der Evidenz gegenüber, dass Knochen dynamisch und metabolisch aktiv ist.

Aktuelle Evidenz

Weitere Einträge

Oder ganz woanders: