Keine Tatsache mehr

Signale überqueren jede Synapse durch direkte elektrische Kontinuität.

Was wir heute wissen

Eine Synapse ist die Kontaktstelle, an der eine Nervenzelle mit einer anderen Zelle kommuniziert. An den meisten Synapsen von Wirbeltieren setzt die erste Zelle chemische Botenstoffe, sogenannte Neurotransmitter, frei; diese binden an Rezeptoren der nächsten Zelle. Manche Synapsen sind tatsächlich elektrisch und leiten Strom direkt zwischen den Zellen weiter.

Warum sich das änderte

Weil Nervenimpulse entlang von Nervenfasern elektrisch laufen, erwarteten viele Physiologen auch für die Übertragung von Zelle zu Zelle einen elektrischen Mechanismus. 1921 zeigte Otto Loewi, dass die Reizung des Vagusnervs am Herzen einen übertragbaren chemischen Botenstoff freisetzt. Spätere Arbeiten etablierten chemische Übertragung an vielen neuronalen Synapsen und bestätigten zugleich echte elektrische Synapsen.

Status
Eingeschränkt
Kategorie
Neurowissenschaften
Akzeptiert für
Nicht quantifiziert
Ungefähr akzeptiert
Spätes 19. Jahrhundert bis 1920er-Jahre
Ungefähr geändert
1921 bis 1950er-Jahre

Nervenimpulse laufen entlang von Nervenzellen als elektrische Signale. Deshalb lag lange die Annahme nahe, dass das Signal auch einfach elektrisch in die nächste Zelle weiterläuft.

Entscheidend war die Synapse: die winzige Kontaktstelle, an der eine Nervenzelle mit einer anderen Nervenzelle, einer Muskelzelle oder einer Drüsenzelle kommuniziert. Überquert elektrischer Strom diese Stelle direkt, oder setzt die erste Zelle stattdessen einen chemischen Botenstoff frei?

Otto Loewi lieferte 1921 einen starken Hinweis auf den chemischen Weg. Er reizte den Vagusnerv eines Froschherzens, wodurch der Herzschlag langsamer wurde. Anschließend übertrug er Flüssigkeit aus der Umgebung dieses Herzens auf ein zweites Herz – und auch dieses schlug langsamer. Etwas in der Flüssigkeit hatte das Signal übertragen. Später wurde der Stoff als Acetylcholin identifiziert, einer der chemischen Botenstoffe, die wir heute Neurotransmitter nennen.

An einer chemischen Synapse setzt die erste Zelle einen Neurotransmitter frei. Das Molekül überquert den winzigen Zwischenraum und bindet an Rezeptoren der nächsten Zelle, wodurch sich deren Aktivität verändert.

Chemische Übertragung erwies sich im Nervensystem von Wirbeltieren als vorherrschend. Elektrische Synapsen existieren jedoch ebenfalls. Dort verbinden Kanäle benachbarte Zellen so eng, dass elektrischer Strom direkt zwischen ihnen fließen kann. Der alte Fehler bestand darin, einen Mechanismus für universell zu halten.

Evidenz

Quellen und was sie belegen

Frühere Auffassung

Primärforschung

Aktuelle Evidenz

Weitere Einträge

Oder ganz woanders: