Institutionelle Überzeugung · Eugenics and immigration
Einwanderung als biologische Verbesserung
Einwanderer wurden anhand rassischer, erblicher und nationaler Merkmale danach eingestuft, ob sie den biologischen und „ethnischen“ Zustand der Nation verbessern oder gefährden würden.
1 Episode
Heutiger Wissensstand
Heutiger Wissensstand
Nationale Herkunft, Ethnizität und gesellschaftlich definierte „Rasse“ bestimmen weder den erblichen Wert eines Menschen noch, ob seine Nachkommen ein Land biologisch „verbessern“. Genetische Variation teilt Bevölkerungen nicht in höher- und minderwertige nationale Bestände ein; soziale, intellektuelle oder moralische Eigenschaften lassen sich nicht mit den eugenischen Kategorien solcher Einwanderungspolitik bewerten.
Institutionelle Episode
Kolumbien
Das kolumbianische Einwanderungsgesetz von 1922 verknüpfte Einwanderung ausdrücklich mit der Verbesserung der körperlichen und moralischen „ethnischen Bedingungen“ des Landes und schuf einen Verwaltungsapparat zur Auswahl und zum Ausschluss von Migranten. In den 1920er- und 1930er-Jahren nutzten Behörden diesen eugenischen und rassistischen Rahmen unter anderem gegen afrokaribische Migranten und – im Rahmen einer zunehmend restriktiven Visapolitik des Außenministeriums – gegen jüdische Flüchtlinge.
Institutionen
- Congreso de Colombia
- Oficina de Información y Propaganda del Ministerio de Agricultura y Comercio
- Juntas de Inmigración
- Ministerio de Relaciones Exteriores
Dokumentierte Folgen
- Rassische Auswahl von Einwanderern
- Ausschluss afrokaribischer Migranten
- Beschränkung jüdischer Flüchtlinge
Institutioneller Apparat
Die Ley 114 von 1922 übertrug die Einwanderungsverwaltung der Oficina de Información y Propaganda im Landwirtschafts- und Handelsministerium, die mit Einwanderungsagenten im Ausland sowie Juntas de Inmigración in Häfen, Grenzorten und größeren Städten zusammenarbeitete. Ende der 1930er-Jahre wurden das Außenministerium und das kolumbianische Konsularnetz zu zentralen Trägern einer zunehmend restriktiven Visapolitik, die auch gegen jüdische Flüchtlinge angewandt wurde.
Quellen und was sie belegen
- Ley 114 de 1922 — Sobre inmigración y colonias agrícolasGovernment of Colombia — SUIN-Juriscol
Primary law linking immigration to improvement of Colombia's physical and moral ethnic conditions; names the immigration office within the Ministry of Agriculture and Commerce, immigration agents abroad, Juntas de Inmigración, consular officials and port authorities that implemented the system.
- El discurso eugenésico y las teorías racistas en las políticas migratorias colombianas — el rechazo de migrantes afroantillanos y judíos (1920–1940)Historia y Espacio — Universidad del Valle
Uses diplomatic correspondence and executive decrees to document how eugenic and racist migration policy was applied to Afro-Caribbean migrants and Jewish refugees from 1920 to 1940, including the Foreign Ministry and consular machinery.
- Decreto 1723 de 1938 — disposiciones sobre inmigración y extranjeríaMinisterio de Relaciones Exteriores de Colombia — Normograma
Primary 1938 decree tightening visa and immigration requirements and assigning discretionary exceptions to the Ministry of Foreign Affairs; the contemporary policy operated through Colombian consulates and was used within the restrictive framework applied to Jewish refugees.
Zuletzt geprüft: 23.8.2026