Institutionelle Überzeugung · Transport and infrastructure
Geopathische Kraftfelder als Verkehrssicherheitsrisiko
Unsichtbare „Erdstrahlen“ oder radiästhetische Kraftfelder an bestimmten Straßenabschnitten galten als mögliche Ursache für Beeinträchtigungen von Autofahrern und Unfallhäufungen; energetische Eingriffe sollten diese Gefahr neutralisieren können.
1 Episode
Heutiger Wissensstand
Heutiger Wissensstand
Wissenschaftliche Prüfungen haben nicht gezeigt, dass Wünschelrutengehen die behauptete Gefahr zuverlässig erkennen kann. Sinkende Unfallzahlen nach einem Eingriff belegen für sich allein nicht, dass der energetische Eingriff die Veränderung verursacht hat, insbesondere wenn konventionelle Verkehrssicherheitsmaßnahmen, abweichende Unfallzahlen und normale statistische Schwankungen ebenfalls mögliche Erklärungen sind.
Institutionelle Episode
Österreich
In den 2000er-Jahren setzte der staatliche Autobahnbetreiber ASFINAG an mehreren Unfallhäufungsstellen Wünschelrutengänger und andere „energetische“ Maßnahmen ein. 2003 berichtete ein ASFINAG-Sprecher von seit Jahren angewandten Maßnahmen zur Ableitung angeblicher Erdstrahlen und kündigte einen Rutengänger für die S16 Arlberg Schnellstraße an; Rückgänge bei Unfallzahlen an anderen Strecken wurden dabei mit solchen Eingriffen in Verbindung gebracht. Später stellte die ASFINAG auf ihrer Website „esoterische Maßnahmen bei Unfallhäufungsstellen“ mit positiven Vorher-nachher-Zahlen dar. Zeitgenössische Berichte dokumentierten zugleich konventionelle Sicherheitsmaßnahmen und abweichende Polizeizahlen, sodass aus dem zeitlichen Rückgang keine Wirksamkeit der energetischen Eingriffe abgeleitet werden konnte.
Institutionen
- ASFINAG
Dokumentierte Folgen
- Wünschelrutengänger und Pendelpraktiker wurden an unfallträchtigen Autobahn- und Schnellstraßenabschnitten eingesetzt
- Quarzsteine, Magnetfeldscheiben und andere angeblich energetische Vorrichtungen sollten schädliche Felder ableiten oder neutralisieren
- Die ASFINAG präsentierte sinkende Unfallzahlen nach einzelnen Eingriffen öffentlich als positive Erfahrung mit den Maßnahmen
Institutioneller Apparat
Die ASFINAG setzte die radiästhetischen Maßnahmen neben gewöhnlichen Verkehrssicherheitsmaßnahmen ein und nicht als vollständigen Ersatz konventioneller Technik. Zeitgenössische Berichte dokumentierten gleichzeitige Änderungen wie neue Straßenbeläge und abweichende Unfallzahlen der Polizei; ein ASFINAG-Sprecher räumte zudem ein, dass konventionelle Maßnahmen scheinbare Verbesserungen erklären könnten, die den esoterischen Eingriffen zugeschrieben wurden.
Quellen und was sie belegen
- Asfinag will “Todesstrecke” durch Wünschelrute entschärfenDer Standard / APA
- Der Magier von BludenzDIE ZEIT
Dokumentiert den Eingriff an der S16, zitiert die damalige ASFINAG-Webseite mit positiven Unfallzahlen, hält die Entscheidung zur Fortsetzung fest und weist auf abweichende Polizeizahlen sowie gleichzeitige konventionelle Sicherheitsmaßnahmen hin.
- Parapsychologie — Wenn die Rute ausschlägtDie Presse
Rückblick von 2008 über ASFINAG-Ausgaben für Wünschelrutengänger; ein eigener Sprecher räumt ein, dass konventionelle Änderungen wie ein neuer Straßenbelag scheinbare Verbesserungen erklären könnten, die den esoterischen Maßnahmen zugeschrieben wurden.
Zuletzt geprüft: 23.8.2026