Institutionelle Überzeugung · Race and colonial administration
Biologische „Absorption“ der Aborigines
Menschen mit teilweise indigener Abstammung wurden als Bevölkerung behandelt, die durch gelenkte Eheschließungen und Assimilation in die weiße australische Gesellschaft zum Verschwinden gebracht werden könne.
1 Episode
Heutiger Wissensstand
Heutiger Wissensstand
Aboriginal und Torres Strait Islander Peoples sind keine biologisch minderwertigen Bevölkerungen, die in einer angeblich überlegenen „Rasse“ aufgehen müssten. Indigene Identität, Verwandtschaft, Kultur und politische Zugehörigkeit lassen sich nicht auf Hautfarbe oder Abstammungsanteile reduzieren; staatliche Eingriffe in Ehe, Kinder und Familienleben verursachten tiefgreifende und langfristige Schäden.
Institutionelle Episode
Australien
In den 1930er-Jahren propagierten führende Vertreter des Commonwealth und einzelner Bundesstaaten eine „biologische Absorption“: Menschen, die als teilweise indigener Abstammung eingestuft wurden, sollten durch Eheschließungen in der weißen Bevölkerung aufgehen, bis indigene Eigenständigkeit verschwände. Die Commonwealth–State-Konferenz von 1937 beschloss ausdrücklich, dass das Schicksal der als nicht „full blood“ klassifizierten Menschen in ihrer endgültigen Absorption liege und staatliche Anstrengungen darauf ausgerichtet werden sollten.
Institutionen
- Commonwealth Department of the Interior
- Office of the Chief Protector of Aborigines, Western Australia
- Office of the Commissioner of Native Affairs, Western Australia
- Office of the Chief Protector of Aboriginals, Northern Territory
- Commonwealth–State Aboriginal Welfare Conference
Dokumentierte Folgen
- Staatliche Kontrolle über Ehe und Familienleben
- Entfernung und Institutionalisierung indigener Kinder
- Administrative Verfolgung biologischer und kultureller Assimilation
- Langfristige Zerstörung von Verwandtschaft, Identität und gemeinschaftlicher Kontinuität
Institutioneller Apparat
Eine einheitliche „Native Affairs administration“ gab es nicht. In Western Australia bekleidete A. O. Neville bis 1936 das gesetzlich definierte Amt des Chief Protector of Aborigines und anschließend das des Commissioner of Native Affairs; im Northern Territory handelte der Chief Protector innerhalb der Commonwealth-Verwaltung. Vertreter dieser Systeme trafen sich 1937 auf der Commonwealth–State-Konferenz, auf der „Absorption“ ausdrücklich als gemeinsames politisches Ziel formuliert wurde.
Quellen und was sie belegen
- Aboriginal Welfare — Initial Conference of Commonwealth and State Aboriginal Authorities, 1937Commonwealth of Australia / AIATSIS
Primary conference record containing the formal resolution that Aboriginal people classified as not “full blood” should ultimately be absorbed into the wider population.
- Bringing Them Home — Chapter 2, National OverviewAustralian Human Rights Commission
Describes Neville's biological model of absorption, the 1937 conference, and the relationship between assimilation policy and the removal of Indigenous children.
- A. O. Neville — Chief Protector of AboriginesSupreme Court of Western Australia
Records Neville's statutory offices as Chief Protector of Aborigines from 1915–1936 and Commissioner of Native Affairs from 1936–1940.
Zuletzt geprüft: 23.8.2026